Auslandssemester
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Internationales Hochschul-Hopping im Rahmen eines AuslandssemestersDie eigene Hochschule ist ja ganz schön, aber nicht alles. Warum nicht mal zwischendurch ein Auslandssemester? Andere Professoren und Lehrmethoden kennen lernen, neue Kontakte knüpfen und die Fremdsprachenkenntnisse perfektionieren. |
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Mit der Einführung und internationalen Standardisierung der neuen Hochschulabschlüsse Bachelor und Master wollte man es den Studenten unter anderem einfacher machen ein oder zwei Semester ihres Studiums als Auslandssemester zu absolvieren. Ob das Auslandssemester nach der Verkürzung der Lehrpläne und mit immer länger werdenden Listen von Pflichtkursen wirklich einfacher geworden ist, wird sich in den kommenden Jahren noch zeigen – auf jeden Fall werden Auslandssemester immer beliebter.
Empfehlung der Redaktion
Neue Bekanntschaften machen, eine fremde Kultur und ein neues Hochschul-System kennen lernen und nebenbei auch noch seine Sprachkenntnisse aufbessern – der Lerneffekt während des Auslandssemesters ist um einiges größer und vor allem effektiver und intensiver als während eines Semesters an der Heimatuniversität. Doch das ist natürlich auch mit einem erheblich höheren Organisationsaufwand und in der Regel mit hohen Kosten verbunden.
Als Faustregel gilt: Die Dauer des Aufenthalts sollte man mindestens im Voraus als Planungszeit einplanen.
Auslandssemester - Die Planung
Erste Anlaufstelle für alle, die mit dem Gedanken spielen der Heimatuni für einige Zeit den Rücken zu zu kehren, sollte das internationale Hochschulzentrum an der eigenen Hochschule sein. Hier kann man sich erste Informationen und Informationsbroschüren zum Thema Auslandssemester zulegen. Außerdem können einem die Angestellten dort mitteilen, ob und wenn ja wo die eigene Hochschule Kooperationen mit anderen Universitäten hat – solche Kontakte sollte man auf jeden Fall nutzen, denn sie vereinfachen die Organisation des Auslandssemesters deutlich.
Generell sollte man sich über einige Dinge im Klaren sein, bevor man mit der konkreten Planung anfängt und die Bewerbung für das Auslandssemester abschickt:
- In welchem Land möchte ich das Auslandssemester verbringen?
- Welche Sprache wird in dem Land gesprochen? Wenn ich die Sprache dort nicht beherrsche – gibt es ausreichend Angebote um die Sprache zu lernen und sind die universitären Kurse auf Englisch oder sogar Deutsch?
- Welche Kurse kann ich an der Zielhochschule belegen und kann ich sie mir für mein Studium anrechnen lassen? Welche Kurse muss ich auf jeden Fall erfolgreich abschließen?
- Gibt es schon Erfahrungsberichte von anderen? Wenn ja, sagen diese mir zu?
- Wie sieht mein Budget aus – und welche Kosten kommen während dem Auslandssemester auf mich zu? Gibt es Unterschiede in der Höhe der Lebenshaltungskosten?
Bei der Beantwortung der meisten Fragen kann das Internet oder das Internationale Hochschulzentrum hilfreich sein.
Bei der Auswahl des Ziellandes ist es wichtig zwischen Ländern, die Mitglied im europäischen Bildungsraum sind und solchen, bei denen das nicht der Fall ist, zu unterscheiden.
Mitgliedsländer des europäischen Bildungsraumes:
Dieser Bildungsraum umfasst mittlerweile mehr als 40 Länder und beschränkt sich schon längst nicht mehr nur auf die Europäische Union.
Der Vorteil, wenn man solch ein Land als Wunschziel hat, besteht darin, dass die Anerkennung der Studienleistungen auf Grund der Bacheloreinführung einfacher ist. Außerdem gibt es zahlreiche Kooperations- und Förderungsprogramme, die sich auf diesen Raum beziehen. Das bekannteste Programm ist dabei mit Sicherheit das ERASMUS Austauschprogramm, welches den Ablauf während dem Auslandssemester sehr erleichtern kann. Das Programm, das nach dem niederländischen Humanisten Erasmus von Rotterdam benannt ist organisiert für den europäischen Bildungsraum den Austausch von Studenten für ein Auslandssemester. Das Ganze funktioniert auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit: Wenn die eigene Hochschule zum Beispiel fünf Studenten an die University of Utrecht schicken kann, bedeutet das, dass die University of Utrecht jedes Semester fünf Studenten für ein Auslandssemester an die eigene Hochschule entsenden kann.
Der größte Vorteil für die Studenten ist dabei, dass die Hochschulen mit ihrer Partnerhochschule immer schon auf eine längere Kooperation zurückblicken können und daher auch schon Erfahrungen im Rahmen des Erasmusprogramms machen konnten. Außerdem müssen im gesamten Austauschsemester keine Studiengebühren gezahlt werden, egal wie hoch diese an der Gasthochschule eigentlich ausfallen. Außerdem ist ein Erasmusplatz immer auch mit einem kleinen Stipendium verbunden, das rund 50 Euro im Monat umfasst. Um einen Platz in diesem Programm zu bekommen, muss der Interessent sich in der Regel bei den jeweiligen Koordinatoren an der eigenen Hochschule bewerben, die für jedes Semester die Verteilung der Plätze organisieren.
Hochschulen außerhalb des europäischen Bildungsraumes:
Wer ein Semester in der Ferne erleben möchte, der muss wohl den europäischen Bildungsraum verlassen. Auch hier sollte das eigene internationale Hochschulzentrum erste Anlaufstelle sein, denn hier gibt es zum Teil Kooperationen mit anderen Universitäten, von denen man profitieren kann. Besonders wichtig ist es hier, sich darüber zu informieren, welche Kurse man an der Zielhochschule belegen kann und ob sie anerkannt werden können. Die Bewerbung wird in der Regel direkt an die Wunschhochschule gerichtet, die dann darüber entscheidet, wie viele und aus welchen Ländern sie Studenten aufnehmen.
Leider sind für Auslandssemester, deren Ziel weiter entfernt liegt, vor allem die Reisekosten in der Regel etwas höher. Ein Programm, das dem ERASMUS-Programm ähnlich wäre, gibt es hier nicht. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit ein Stipendium, zum Beispiel vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), für das Auslandssemester zu ergattern. Der DAAD ist außerdem auch eine sinnvolle Anlaufstelle für alle möglichen Arten von Fragen zum Thema Auslandssemester. Vor allem, wer unter den Kooperationspartner der eigenen Hochschule nichts Passendes gefunden hat, kann sich beim DAAD über seine weitere Möglichkeiten rund ums Thema Auslandssemester informieren. Außerdem gibt es Organisationen, die sich auf den Austausch mit bestimmten einzelnen Ländern spezialisiert haben.
Wichtig: Sich umfassend informieren!
Generell kann es immer hilfreich sein, sich mit Menschen zu unterhalten, die das Auslandssemester, schon hinter sich haben. Sie haben in der Regel wertvolle Tipps und können einen auf böse Überraschungen vorbereiten. An vielen Hochschulen werden regelmäßige Informationsabende zum Thema „Auslandssemester“ veranstaltet, wo man solche Kontakte knüpfen kann. Je mehr Informationen vor dem Antritt ins Ausland vorliegen, desto besser. Die Liste der Fragen, die zwischen der Entscheidung für ein Zielland und dem Abflug geklärt werden müssen ist unendlich lang:
- Wo und wie werde ich wohnen?
- Bin ich ausreichend Krankenversichert? Brauche ich noch andere Versicherungen?
- Brauche ich für mein Auslandssemester ein Visum oder ähnliches? Ist mein Reisepass oder Personalausweis aktuell?
- Muss ich an der Gasthochschule einen Nachweis über meine Sprachkenntnisse vorlegen?
- Wo kann ich eventuell einen Sprachkurs machen?
- Muss ich mich an meiner Heimatuniversität beurlauben lassen? Welchen Status muss ich dort annehmen, um Kurse angerechnet bekommen zu können?
- Wie organisiere ich die An- und Abreise?
- Was mache ich mit meiner Wohnung/Zimmer an meiner Heimatuniversität?
- Wie organisiere ich die Rückkehr an die Heimatuniversität? Was gibt es da zu beachten?
- Passen die Semesterzeiten von meiner Heimatuniversität mit denen der Gasthochschule zusammen?
- Und, und, und…




