Bachelor of Engineering (B.Eng.)

Bachelor of Engineering Student
Technische Zeichnungen im Studium erstellen
Kommilitonen im Unterricht
Studenten in der Vorlesung

Der Bachelor of Engineering - ein Abschluss zu viel?

Die Umstellung auf den neuen Titel Bachelor of Engineering verwirrte erst einmal alt-eingesessene Akademiker. Und während in manchen Bereichen langsam der Verstehensprozess einsetzt, braucht man in anderen noch mehr Informationen.

Der Abschluss Bachelor of Engineering (B. Eng.) ist das neue Ziel für Studierende der Ingenieurwissenschaften und technischen Studienfächer, wie zum Beispiel Elektro- und Informationstechnik oder Maschinenbau.

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Damit ersetzt der Bachelor of Engineering in Deutschland die Diplom-Abschlüsse, welche eine lange Tradition haben und einen besonders guten Ruf genießen. Ihre Abschaffung und die Einführung der neuen Abschlüsse im Rahmen des Bologna Prozesses war deshalb in Deutschland lange umstritten.

Der Bachelor of Engieneering und der Bachelor of Science

Noch fehlt es dem Bachelor of Engineering etwas an Profil, da die Abgrenzung von seinem Bruder-Abschluss dem Bachelor of Science (B.Sc.) bisher noch nicht eindeutig geregelt ist. So vergeben manche Hochschulen für naturwissenschaftlich-technische Studiengänge den Abschluss B.Sc. Andere den Bachelor of Engineering. Grundsätzlich soll die inhaltliche Ausrichtung eines Studiums über den Abschluss entscheiden. Zurzeit zeichnet sich die Tendenz ab, dass Fachhochschulen vermehrt den Abschluss Bachelor of Engineering vergeben, während vor allem an technischen Hochschulen der Abschluss B. Sc. erworben werden kann.

Vorteilhaft für die Absolventen einer Fachhochschule ist jedoch vor allem, dass in Zukunft nicht mehr unterschieden werden kann, an welcher Hochschulform der Abschluss erreicht wurde. Bisher bestand bei Diplomabschlüssen einer Fachhochschule eine Art Kennzeichnungspflicht in der Form Dipl.-Ing. (FH). Jetzt tragen sowohl Absolventen der Universität als auch der Fachhochschule  einen B. Eng. (Bachelor of Engineering) nach ihrem Namen.

Studieninhalte und Studienanforderungen

Da die einzelnen Fachrichtungen des Bachelor of Engineering sehr verschieden und auf die unterschiedlichsten Gebiete ausgerichtet sind, ist es schwierig hier ein Pauschalprofil zu entwickeln.

Trotzdem lässt sich festhalten, dass in einem Bachelor of Engineering Studium immer zweckmäßige und möglichst einfache und gleichzeitig praktische Lösungen für Probleme gefunden werden müssen, die dem naturwissenschaftlichen oder technischen Feld entspringen. Dabei müssen die Studenten vor allem letztgenannte Kenntnisse besitzen. Außerdem ist es von Vorteil ein Grundwissen über wirtschaftliche Zusammenhänge sowie gute soziale Fähigkeiten zu besitzen, da in diesem Bereich sehr häufig im Team gearbeitet wird.

Nicht unterschätzen sollte man den großen Anteil an Kreativität, Vorstellungsvermögen und Phantasie, der häufig gefordert wird. Die Probleme erfordern vielfach das Verknüpfen verschiedenster Theorien und Methoden oder auch die Anwendung fachfremder Modelle. Während eines Projektes ist es immer wichtig den Überblick zu behalten. Außerdem sollte man eine gute Vorstellungskraft haben, da viele Lösungen zunächst sehr abstrakt und kompliziert scheinen bevor sie konkret und dann doch recht einfach umgesetzt werden können.

Berufliche Perspektiven des Bachelor of Engineering

Ein bestimmter Studiengang mit dem Abschluss Bachelor of Engineering bereitet in der Regel auf ein sehr differenziertes Tätigkeitsfeld vor – wie häufig schon die Bezeichnungen der Studienfächer andeuten: Druck- und Medientechnik, Raumplanung, Lebensmitteltechnologie oder auch Maschinenbau. Die Absolventen des Bachelor of Engineering sind dabei in der Regel an Entwicklungs- oder Produktionsprozessen beteiligt und müssen Maschinen instand halten, Kosten kalkulieren, den Einkauf und Vertrieb überwachen oder auch neue Prozessabläufe entwickeln.

Da in Deutschland der Fachkräftemangel immer noch in aller Munde ist, kann man sagen, dass der Arbeitsmarkt für Absolventen des Bachelor of Engineering zurzeit recht gut aussieht. Da Deutschland sich in Zukunft weltweit einen sicheren Stand als Forschungs- und Entwicklungsstandort sichern will, werden vor allem in diesem Bereich dringend Fachkräfte und kreative Köpfe mit einem guten Hochschulabschluss gesucht. So kommt es besonders bei diesen Studienfächern vor, dass Unternehmen gezielt ihre Personalverantwortlichen an Hochschulen entsenden, um für Praktikanzen für ihren Betrieb zu werben. Aus diesen Praktika entsteht häufig ein Arbeitsvertrag für die Zeit nach dem Studium.