Masterprogramme
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Mehr Flexibilität nach dem Bachelor: Was bieten die Masterprogramme?Bachelor und Master sollen die Flexibilität erhöhen. Ein großer Vorteil ist bietet dabei das Masterstudium: Verfolge ich mein bisheriges Studium weiter oder orientiere ich mich noch einmal um? |
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Eines der zentralen Ziele der neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master ist die Flexibilität. Man hat die Wahl, das Master Studium direkt an den Bachelor anzuschließen, oder zunächst Berufspraxis zu sammeln und das Master Studium später aufzunehmen.
Überdies soll es möglich sein, ein anderes interdisziplinäres Master-Studium (also ein Studium, das zwei oder mehr Fächer miteinander kombiniert) an den Bachelor anzuschließen. Aufgrund der verschiedenen Wege zum Master wird beim zweiten Hochschulabschluss zwischen drei möglichen Masterprogrammen unterschieden:
Der konsekutive Master
Etwa 90% der bisher existierenden Masterprogramme fallen in diese Kategorie. Hier wird das Master Studium direkt an das Bachelor Studium angehängt. Das Fach im Master Studium entspricht also genau dem des Bachelor Studiums. Der konsekutive Master löst also die alten Diplom- und Magisterstudiengänge direkt ab. Im Bachelor werden– wie früher im Grundstudium – Grundlagen vermittelt, die im Master – parallel zum früheren Hauptstudium – vertieft und erweitert werden sollen. Pflicht für die Zulassung ist daher ein Bachelorabschluss im gleichen oder einem sehr ähnlichen Fach. Manche Hochschulen haben zusätzlich einen Numerus Clausus eingeführt.
Dabei darf der konsekutive Master laut Regelstudienzeit nicht länger als zwei Jahre Zeit einnehmen, damit die Gesamtregelstudienzeit von fünf Jahren nicht überschritten wird. Ein Bachelor dauert in der Regel drei Jahre. Nach Abschluss eines konsekutiven Masterstudiums ist man zur Promotion berechtigt.
Insgesamt gibt es sieben Bezeichnungen für konsekutive Masterabschlüsse:
- Master of Arts (M. A.) in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften
- Master of Science (M. Sc.) im Bereich der Naturwissenschaften
- Master of Laws (LL. M.) für die Rechtswissenschaften
- Master of Engineering (M. Eng.) für Ingenieurwissenschaften
- Master of Fine Arts (M.F.A.) Abschlüsse im Bereich der freien Kunst
- Master of Music (M. Mus.) in der Regel für Abschlüsse an Musikhochschulen
- Master of Education (M. Ed.) gleichgestellt mit dem ersten Staatsexamen für das Lehramt
Der nicht-konsekutive Master
Die nicht-konsekutiven Masterprogramme stellen den Fortschritt der neuen Studienabschlüsse in Richtung Flexibilität dar. Sie erlauben eine Neuorientierung nach dem Bachelor, Magister oder Diplom, denn sie bauen fachlich nicht auf dem vorherigen Studium auf. So hat zum Beispiel jemand mit einem Bachelorabschluss in einem technischen Studienfach die Möglichkeit, einen wirtschaftswissenschaftlichen oder auch journalistischen Master anzuschließen und sich so weiter für die berufliche Zukunft fit zu machen. Umgekehrt wäre es theoretisch ebenso möglich, die Fächer zu kombinieren. Fachliches Vorwissen wird nicht vorausgesetzt. Einzige Bedingung für diese Studiengänge ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Dies soll sicherstellen, dass die Studenten sich bereits die Techniken des wissenschaftlichen, selbstständigen Arbeitens angeeignet haben. So soll das Qualifikationsniveau gesichert werden.
Ein nicht-konsekutives Masterstudium dauert in der Regel 1 - 2 Jahre. Dabei ist die Gesamtstudienzeit nicht wie bei den konsekutiven Masterprogrammen auf 5 Jahre begrenzt. Das soll auch Magister- oder Diplomabsolventen ermöglichen, so ein Master Studium abzuschließen.
Da die nicht-konsekutiven Master-Studenten dieselben Anforderungen erfüllen müssen, wie ihre Kommilitonen der konsekutiven Programme, werden in diesem Bereich auch dieselben Abschlussbezeichnungen verwendet. Es kommt aber auch vor, dass die Bezeichnungen abweichen, wenn bestimmte Fächer miteinander kombiniert wurden. Das macht allerdings das deutschlandweite Angebot dieser Studienprogramme sehr unübersichtlich. Zudem haben sehr ähnliche Studiengänge häufig eine unterschiedliche Abschlussbezeichnung. Hier sollte man immer die genauen Studieninhalte vergleichen, bevor man sich für einen Studiengang entscheidet.
Weiterbildende Masterprogramme
Diese Programme bilden zurzeit noch die absolute Minderheit im deutschen Dschungel der Studienangebote - ihnen wird allerdings ein großes Wachstum prognostiziert. Sie richten sich an berufstätige Akademiker, die sich weiterbilden möchten, um sich besser an die Herausforderungen des Arbeitsmarktes anpassen zu können. Deswegen bestehen die Zulassungsvoraussetzungen hier aus einer Kombination von Hochschulabschluss und mindestens drei Jahren Berufserfahrung. Ähnlich wie bei den nicht-konsekutiven Masterprogrammen muss kein direkter fachlicher Zusammenhang zwischen dem Studienabschluss und dem Weiterbildungsprogramm bestehen.
Weiterbildende Masterprogramme sind sehr anwendungs- und praxisorientiert und versuchen auf die aktuellen Bedürfnisse des Arbeitsmarktes zu reagieren. Dabei entstehen vor allem in den wirtschaftwissenschaftlichen und technischen Studienfächern intensive Kooperationen zwischen der Wirtschaft und einzelnen Hochschulen, die sich auch immer weiter auf den geisteswissenschaftlichen Bereich ausweiten.
Ein Studium in einem weiterbildenden Masterprogramm dauert in der Regel zwei Jahre und kann sehr häufig auch berufsbegleitend durchgeführt werden. Dann werden die Unterrichtseinheiten in den Abendstunden abgehalten oder als Blockveranstaltungen an Wochenenden angeboten. In vielen Fällen verwenden diese Masterprogramme dieselben Abschlussbezeichnungen wie die konsekutiven Masterstudiengänge. Sie können aber auch – ähnlich wie bei den nicht-konsekutiven Masterstudiengängen – abweichen. Auch hier ist es also sinnvoll die Studieninhalte der einzelnen Angebote zu vergleichen. Der bekannteste, weiterbildende Master-Abschluss ist zurzeit der Master of Business Administration (MBA).
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