Finanzierung des Studiums

Während des Studiums ist das Geld oft knapp
Mit Nebenjobs verdienen Studenten sich etwas dazu
Viele Möglichkeit der Studienfinanzierung
Studenten sollen jetzt finanziell besser unterstützt werden

Studienfinanzierung: Der Pleitegeier greift auch die Studenten an

Hier ist Schluss mit Artenschutz - der Pleitegeier ist offiziell zum Abschuss freigegeben. Dabei gibt es so viele Möglichkeiten für die Studienfinanzierung. Das BAföG wurde gerade erst erhöht und die Studienstiftungen stocken ihre Etats auf.

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Wer 46.000 € übrig hat, kann sich entweder einen schicken BMW oder Porsche kaufen, oder studieren. Denn so teuer ist der Hochschulabschluss nach zehn Semestern etwa im Durchschnitt, ermittelte die Sozialerhebung der Studentenwerke im Jahre 2006. Dabei wurde festgestellt, dass dem Durchschnittsstudenten monatlich circa 770 € zur Verfügung stehen. Den Löwenanteil von etwa der Hälfte stellen die Eltern, das andere Viertel ist selbst verdient und gerade mal zehn Prozent kommen vom staatlichen BAföG.

Generell gilt bei der Studienfinanzierung: Die Mischung macht’s!

Um die tendenziell steigenden Lebenshaltungskosten sowie die vielerorts anfallenden Studiengebühren aufbringen zu können, gibt es einige Möglichkeiten:

  1. Finanzielle Unterstützung durch die Eltern
  2. Kindergeld
  3. BAföG
  4. Stipendien
  5. Jobben
  6. Studienkredite
  7. Studienbeitragsdarlehen
  8. Bildungskredit
  1. Studienfinanzierung: Finanzielle Unterstützung durch die Eltern

    Vielleicht die klassischste Methode der Studienfinanzierung. Denn laut Gesetz sind die Eltern dazu verpflichtet die erste Ausbildung ihrer Kinder zu finanzieren. Dabei hat der Gesetzgeber generell 600 € Unterhalt für Studenten vorgesehen, die nicht mehr zu Hause wohnen – immer in Abhängigkeit vom Einkommen der Eltern. Vorausgesetzt, die Regelstudienzeit wird nicht überschritten und es handelt sich um die erste Ausbildung des Sprösslings. In Deutschland werden rund 90% der Studierenden von ihren Eltern mit durchschnittlich 448 € im Monat unterstützt.
  2. Studienfinanzierung: Kindergeld

    Ein Studium ist laut Gesetz eine Ausbildung. Das bedeutet, dass die Eltern für ihr Kind bis zu dessen 25. Lebensjahr während des Studiums Anspruch auf Kindergeld haben. Die 164 € bis 195 € im Monat können immerhin einen Teil der Mietkosten decken – wenn die Eltern sich dazu bereit erklären, das Geld auf das studentische Konto weiter zu leiten und dadurch einen Beitrag zur Studienfinanzierung zu leisten.
  3. Studienfinanzierung: BAföG

    Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (kurz BAföG) regelt die finanzielle Unterstützung der Studienfinanzierung von Studenten durch den Staat. Die Fördersumme hängt dabei maßgeblich vom Einkommen der Eltern ab und kann maximal 643 € monatlich betragen. Bedingung sind zum Beispiel die Einhaltung der Regelstudienzeit, ein Nachweis über die erbrachten Studienleistungen nach dem vierten Semester oder auch ein Beginn des Studiums vor dem 30. Lebensjahr. Der Unterschied zwischen BAföG und beispielsweise einem Stipendium besteht darin, dass die staatliche Studienförderung nach Abschluss der Ausbildung und Eintritt in den Beruf zur Hälfte zurück gezahlt werden muss. Dabei wird die monatliche Rate in Anhängigkeit des Gehalts berechnet, das ein Minimal-Niveau erreicht haben muss. Um BAföG zu erhalten, muss ein entsprechender Antrag eingereicht werden. Diesen, sowie Hilfe beim Ausfüllen, bekommt man beim Büro des Studentenwerks bzw. beim BAföG-Amt an seiner Hochschule. Wird der Antrag bewilligt, erfolgt die Zahlung im Normalfall ab Antragstellung für einen Zeitraum von einem Jahr. Zurzeit beziehen etwa 30% der deutschen Studenten BAföG.
  4. Studienfinanzierung: Stipendien

    Zuerst muss ein weit verbreiteter Irrtum ausgemerzt werden: Ein Stipendium bekommt nur, wer mindestens einen Notendurchschnitt von 1,0 hat und auch sonst einen perfekten Lebenslauf vorweisen kann. Das stimmt nicht! Natürlich sind mit einem Stipendium gewisse Anforderungen verbunden – diese sind aber nicht so horrend wie viele denken.
    In den meisten Fällen bilden gute Leistungen in der Schule oder im Studium, ein ehrenamtliches Engagement  und ein gutes Motivationsschreiben die Grundbausteine für eine Bewerbung. Am bekanntesten in Deutschland ist die Förderung durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes, die ab diesem Jahr erstmals auch Initiativbewerbungen akzeptiert. Daneben gibt es unzählige kirchliche und politische Einrichtungen und Stiftungen, die Studenten bei der Studienfinanzierung unterstützen. Die Höhe einer solchen Förderung bei der Studienfinanzierung hängt dabei, ähnlich wie beim BAföG, vom Einkommen der Eltern ab. Maximal kann man bis zu 500 € im Monat erhalten. Kleinere Stipendien bieten zum Beispiel ein monatliches Büchergeld an. Außerdem bieten Stipendien häufig eine große Bandbreite an immateriellen Förderungen, wie zum Beispiel Seminare oder Kontakte zu ehemaligen Stipendiaten. Im Wintersemester 2008/2009 konnten etwa zwei Prozent der Studenten von einem Stipendium profitieren. Da die Höhe der Förderungsetats der einzelnen Stiftungen im vergangenen Jahr in vielen Fällen erhöht wurde, wird erwartet, dass dieser Anteil in den kommenden Semestern ansteigen wird. Bewerben lohnt sich also.
  5. Studienfinanzierung: Jobben

    Wer trotz aller anderen Möglichkeiten nicht mit seinem monatlichen Budget zur Studienfinanzierung auskommt, dem bleibt wohl nichts anderes übrig als sich monatlich ein paar Euro dazuzuverdienen. Erste Anlaufstelle bei der Jobsuche kann zum Beispiel die Arbeitsagentur sein – aber auch die Kommilitonen haben manchmal den ein oder anderen Tipp parat.
    Generell gilt natürlich bei jedem Job: Das Studium geht vor! Deshalb sollte es, wenn irgend möglich, vermieden werden mehr als 20 Stunden in der Woche zu arbeiten. Außerdem sollte man immer bedenken, welche Auswirkungen das Gehalt auf andere finanzielle Einnahmequellen haben kann: Bei mehr als 400 € monatlichem Einkommen wird beispielsweise das BAföG gekürzt und übersteigt das Jahreseinkommen den Wert von 8500 € hat das Auswirkungen auf das Kindergeld. Außerdem sollte immer beachtet werden, welche Sozialabgaben (Rentenversicherung, Krankenversicherung etc.) bei welchem Gehalt anfallen und wie die Regelungen bezüglich Abgaben an das Finanzamt aussehen. Das besondere bei Studenten ist, dass sie bei so genannten kurzfristigen Jobs, die weniger als zwei Monate ausgeübt werden, keine Versicherungskosten anfallen und Steuern mit der Steuererklärung wieder zurückgezahlt werden können – egal wie viel Geld verdient wurde. Viele Jobangebote und bezahlte Praktika findet Ihr zum Beispiel auf jobmailing.de. Informationen zu Nebenjobs für Studenten findet ihr hier.
  6. Studienfinanzierung: Studienkredite

    Studienkredite stellen seit 2005 eine weitere Möglichkeit dar, den Lebensunterhalt während eines Studiums zu finanzieren. Im Vergleich zu einem normalen Kredit, ist ein Studienkredit nicht an eine Sicherheit gebunden und wird nicht in einer Gesamtsumme, sondern monatlich in Teilsummen ausgezahlt. Nach Abschluss des Studiums muss die Gesamtsumme nach einer Karenzzeit dann inklusive Zinsen zurückgezahlt werden. Neben der KfW Förderbank bieten mittlerweile auch viele andere Banken Studienkredite an.
    Dieses Konzept des Studiums auf Pump ist in Deutschland allerdings sehr umstritten, da der Berufseinstieg von einem hohen Schuldenberg belastet wird. Die Aufnahme eines Kredits sollte also gut überlegt sein.
  7. Studienfinanzierung: Studienbeitragsdarlehen

    Die Einführung der Studienbeitragsdarlehen stellte die Konsequenz aus der Einführung der Studiengebühren in manchen Bundesländern dar. Damit sollte verhindert werden, dass ein Studium im individuellen Fall an den Gebühren scheitert. Die Darlehen werden in jedem Bundesland zu unterschiedlichen Konditionen vergeben und sind in der Regel auf die Dauer der Regelstudienzeit beschränkt. Die Rückzahlung erfolgt nach Abschluss des Studiums in vorher festgelegten Raten. Der Unterschied zwischen einem Studienbeitragsdarlehen und einem normalen Kredit besteht darin, dass das Darlehen einmal im Semester ausgezahlt wird und jeweils nur die Kosten der Studiengebühren deckt. Ähnlich wie der Studienkredit bietet ein Darlehen besonders günstige Kondition und benötigt keine Sicherheiten. Ein entsprechender Antrag kann online gestellt werden.
  8. Studienfinanzierung: Bildungskredit

    Bildungskredite können dazu genutzt werden, Praktika oder auch Auslandsaufenthalte während des Studiums zu finanzieren. Sie können generell nach dem Ablegen der Zwischenprüfung oder einer äquivalenten Studiengangs-spezifischen Prüfung beantragt werden. Die Konditionen und die Rückzahlung sind dann ähnlich organisiert wie bei Studienkrediten.

Die Frage welche Methode der Studienfinanzierung in welchem Umfang in Frage kommt, sollte immer individuell geklärt werden. Die Lebenshaltungskosten während eines Studiums variieren nicht nur von Student zu Student, sondern vor allem auch zwischen den Studienorten – so ist ein Studium in München oder Hannover wesentlich teurer als beispielsweise in Leipzig oder Chemnitz. Generell gilt, dass die Lebenshaltungskosten in den neuen Bundesländern etwas geringer sind als in den Alten. Ein Faktor, der durchaus eine Rolle bei der Wahl des Studienortes spielen kann, diese allerdings nicht vollkommen determinieren sollte.