Studiengebühren und Kosten

Wie hoch sind Studiengebühren und Lebenshaltungskosten für Studenten?

Die Kosten für ein Studium steigen kontinuierlich. Der Durchschnittsstudent gibt laut Deutschem Studentenwerk rund 794 € monatlich für seinen Lebensunterhalt aus. Mit welchen Faktoren musst Du rechnen?
Studiengebühren und Kosten

Inhaltsverzeichnis

Lebenshaltungskosten
Studiengebühren
Wie finanziere ich mein Studium?

In den 3 bis 5 Jahren Regelstudienzeit, die deutsche Studenten an einer Hochschule verbringen, kommen einige Kosten auf sie zu.

Neben Lebenshaltungskosten musst Du teilweise auch noch mit Studiengebühren rechnen. Vor Beginn Deines Studiums solltest Du Dir einen detaillierten Überblick über Deine monatlichen Ausgaben verschaffen, um für eine entsprechende Finanzierung sorgen zu können. Im Folgenden findest Du einen Überblick über Faktoren, die die Kosten Deines Studiums beeinflussen.

Lebenshaltungskosten

Die Höhe der Lebenshaltungskosten schwankt stark zwischen den einzelnen Studienorten und den unterschiedlichen Ansprüchen der Studierenden. Ein Studium in Düsseldorf oder Frankfurt am Main ist teurer als in Leipzig oder Magdeburg. Im Allgemeinen kannst Du in den alten Bundesländern mit deutlich höheren Kosten für ein Studium rechnen als in den neuen Bundesländern. Das deutsche Studentenwerk veröffentlichte im Rahmen der 19. Sozialerhebung 2009 Durchschnittswerte, die Aufschluss über die finanziellen Ausgaben eines Studenten für die Lebenshaltungskosten geben. Der „Normalstudent“ ist in diesem Fall ledig, wohnt nicht mehr bei den Eltern und absolviert sein Erststudium:

Die gute Nachricht zuerst: Die Ausgaben für Versicherungen sind für Studenten sehr übersichtlich. Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres bist Du als Student noch in der Krankenvericherung Deiner Eltern mitversichert. Die Krankenversicherung ist darüber hinaus die einzige gesetzlich vorgeschriebene Versicherung, über die Studenten verfügen müssen. Allerdings gilt diese Regelung nur solange, wie Dein monatliches Gesamteinkommen 385 € nicht übersteigt. Ab dieser Einkommensgrenze musst Du Dich selbst versichern.

Je nach Wohnungsart variieren die durchschnittlichen Mietkosten stark: Ein Zimmer in einem Wohnheim kostet im Schnitt etwa 240 €, ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft schlägt mit 280 € zu Buche und für eine eigene Wohnung musst Du durchschnittlich 357 € aufbringen. Hier lohnt sich ebenfalls der Bundesländervergleich, denn die Miet- und Nebenkosten sind in den neuen Bundesländern um rund 50 bis 60 € niedriger. Die 3 teuersten Länder sind Hamburg, Berlin und NRW, während Du am günstigsten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wohnst.

Allerdings stehen Studenten in den östlichen Bundesländern mit 778 € durchschnittlich 103 € pro Monat weniger zur Verfügung als Studenten im Süden, Westen oder Norden Deutschlands. Laut Sozialerhebung verfügt der deutsche Student im Schnitt monatlich über 864 €. Der Lebensunterhalt kostet einen Durchschnittsstudenten rund 794 €. Diese Summe liegt daher knapp unter dem monatlich verfügbaren Betrag. Die Differenz ist aber nicht hoch genug, um zusätzlich anfallende Studiengebühren bezahlen zu können.

Studiengebühren

Nach dem Humboldt'schen Bildungsideal sollte Bildung nicht von wirtschaftlichen Interessen geleitet sein. Dem widersprachen 2005 mehrere Bundesländer, indem sie nach einer Gesetzesänderung den Hochschulen die Erhebung von Studiengebühren ermöglichten. Die Einführung der Studiengebühren, die in Ländern wie Großbritannien oder den USA seit Jahren selbstverständlich sind, entfachte in Deutschland heftige Diskussionen. Trotzdem setzten die unionsgeführten Bundesländer die Studiengebühren vielerorts gegen den Willen der Studenten durch.

Mittlerweile haben bis auf Niedersachen alle Bundesländer die allgemeinen Studiengebühren wieder abgeschafft. Wie der folgenden Tabelle zu entnehmen ist, können die Hochschulen in vielen Bundesländern aber weiterhin Studiengebühren für das Überschreiten der Regelstudienzeit sowie für ein Zweitstudium verlangen. Auch Seniorenstudenten und ausländische Studierende müssen teilweise Studiengebühren zahlen. Darüber hinaus fallen in einigen Bundesländern Verwaltungskosten beziehungsweise Prüfungsgebühren an.

Die Höhe der Studiengebühren ist je nach Bundesland unterschiedlich:

Bundesland Gebühren Verwaltungskosten / Prüfungsgebühren
Baden-Württemberg - 40 €
Bayern (Abschaffung zum WS 2013/14)
Für berufsbegleitende Bachelor Studiengänge gilt: 0 – 2.000€
-
Berlin - 50 €
Brandenburg - 51 €
Bremen 500 € für Langzeitstudenten 50 €
Hamburg - 50 €
Hessen - 50 €
Mecklenburg-Vorpommern - bis 50 €
Niedersachsen 500 € Allgemeines Studium
(voraussichtlich bis WS 2014/15);
600-800 € für Langzeitstudenten
bis 75 €
Nordrhein-Westfalen - -
Rheinland-Pfalz 650 € für ein Zweit- oder Seniorenstudium -
Saarland 0-400 € für ein Zweitstudium oder für Langzeitstudenten -
Sachsen-Anhalt 500 € für Langzeitstudenten -
Sachsen Optional für Zweitstudium / Ausländische Studenten;
500 € für Langzeitstudenten
25 – 150 €
Schleswig-Holstein - -
Thüringen 500 € für Langzeitstudenten -

Nicht in der Tabelle enthalten sind die Semestergebühren oder Semesterbeiträge. Diese sind nicht mit den Studiengebühren zu verwechseln. Je nach Hochschule schwanken diese Beträge zwischen 290 € an der HAW Hamburg und lediglich 85 € an der MLU Halle. Fällt das Semesterticket weg, reduziert sich der Betrag. Über die Semestergebühren finanziert die Hochschule:

  • Semesterticket
  • Studentenwerk
  • Studentenschaft, meist AStA
  • (Verwaltungskosten rechnet die Hochschule in der Regel ebenfalls über diesen Weg ab, falls diese anfallen)

Wie finanziere ich mein Studium?

Du hast verschiedene Möglichkeiten, für Deine monatlichen Gesamtkosten für ein Studium aufzukommen. Wenn Dich Deine Eltern nicht untersützen können, ist das Amt für Ausbildungsförderung, bei dem Du BAföG beantragen kannst, eine mögliche Anlaufstelle. Studiengebühren übernimmt das Amt jedoch nicht. Mehr Informationen zum BaföG findest Du auf der Seite Studienfinanzierung. Für einige Studenten kommt auch ein Stipendium infrage. Bei Einrichtungen wie der Studienstiftung des Deutschen Volkes, aber auch diversen kirchlichen und poltischen Einrichtungen kannst Du Dich über die Möglichkeiten eines Stipendiums informieren. Schließlich gibt es noch den Studienkredit, den Du beantragen kannst, wenn Du keinen Anspruch auf Leistungen vom Amt für Ausbildungsförderung hast. Viele Banken bieten Studenten zu günstigen Konditionen Kredite an.

Die Herkunft der monatlichen Einnahmen von Studenten setzt sich wie folgt zusammen:

  • 87 % werden von den Eltern unterstützt
  • 65 % verdienen ihren Lebensunterhalt durch Nebenjobs
  • 29 % beziehen BAföG
  • 20 % finanzieren das Studium durch Ersparnisse beziehungsweise Vermögen

Beliebte Hochschulen in Deutschland

Du möchtest gerne ein Bachelor Studium beginnen und hast vielleicht sogar schon einen Anbieter im Auge? Dann fordere hier kostenloses Infomaterial zum Bachelor Studium an.

Dies könnte Dich auch interessieren