Studieren an der Universität
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Hinter ehrwürdigen Mauern studieren. Die Universität als Deutschlands älteste Bildungsform.Trotz der großen Bandbreite an Bildungseinrichtungen in Deutschland, die kaum noch Qualitätsunterschiede aufweisen, sind die Universitäten immer noch diejenigen mit dem größten Prestige - 600 Jahre und kein bisschen leise. |
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Die Universitäten sind die Bildungseinrichtungen in Deutschland mit dem größten Prestige und der längsten Geschichte. An ihnen kann man die höchst-möglichen Bildungsabschlüsse in Deutschland erreichen:
Die Promotion, also den Doktorentitel und die Habilitation, mit der die Lehrberechtigung (venia legendi) erteilt wird. Die erste deutschsprachige Universität der Geschichte war die Karls-Universität in Prag, die 1348 von Karl IV. gegründet wurde. Ihr folgte nur 17 Jahre später die Universität Wien und im Jahr 1385 die Ruprechts-Karls-Universität in Heidelberg, die vom damaligen pfälzischen Fürst Ruprecht I. gegründet wurde und damit die älteste Universität auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland ist.
Das Studienangebot an den deutschen Universitäten ist sehr umfassend.
Man kann ein Studium an der Universität in den Fachrichtungen
- Agrar- und Fortwissenschaften
- Geisteswissenschaften
- Gesellschafts- und Sozialwissenschaften
- Ingenieurwissenschaften
- den verschiedenen Lehrämtern
- Mathematik und Informatik
- Medizin
- Naturwissenschaften
- Rechtwissenschaften
- Theologie
- und den Wirtschaftswissenschaften
absolvieren.
Forschung & Lehre an der Universität
Das Besondere an der Universität ist dabei, dass sie auf zwei Säulen aufgebaut ist: Forschung und Lehre. Die Universität ist in Deutschland die wichtigste unabhängige Forschungseinrichtung. Jedes Jahr werden hier mehrere Tausend neue Patente angemeldet und der ein oder andere Durchbruch erlangt. Erst im vergangenen Jahr wurden zwei deutsche Wissenschaftler von der Universität mit einem Nobelpreis ausgezeichnet. Hier wird Wissen, ganz dem Begriff der „Wissenschaft“ entsprechend, wirklich geschaffen.
Außerdem wird das Wissen an der Universität im Rahmen des zweiten Standbeines, der Lehre, weitergegeben. Dabei stehen bei einem Studium an einer Universität nicht nur Fachkenntnisse, sondern auch interdisziplinäre Methoden auf dem Lehrplan. Außerdem werden die außerfachlichen Qualifikationen, wie Sprachkenntnisse oder auch die sogenannten ‚Soft Skills‘ auch an der Universität immer wichtiger. Das Besondere der Lehre an einer Universität sind dabei die vielen Freiheiten, die der Student zum Beispiel bei der Wahl und Zusammenstellung des Stundenplanes hat. Dadurch wird vor allem die Selbstständigkeit und das Organisationstalent der Studierenden gefördert, da sie nach der Ausbildung in den festen Strukturen der Schule das erste Mal ihr Leben komplett selbst in die Hand nehmen müssen – vor allem da für viele der Besuch einer Universität auch die Zeit ist, in der sie das erste Mal von zu Hause ausziehen.
Die Universität und Bologna
Die Umstellung auf die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master stieß bei den Universitäten großflächig auf Widerstand. Es gibt sogar einige Studienbereiche, wie die Rechtswissenschaften, die sich bis heute weitestgehend gegen die Umstrukturierung sträuben. Die meisten Universitäten haben aber den Prozess begonnen und einige Pioniere haben ihn sogar schon so gut wie abgeschlossen. Das Problem, dass die Universitäten mit Bachelor und Master hatten, lag darin, dass sie eine Verschulung des Studiums an ihren Einrichtungen fürchteten. Durch die Verkürzung der Studienzeit auf drei Jahre bis zum ersten Studienabschluss mussten viele Studiengänge neu strukturiert und vor allem stärker durchorganisiert werden, was dazu führte, dass heute in vielen Fällen weniger Freiheiten für die Studenten bestehen, als noch bei den alten Studienabschlüssen.
Auf der anderen Seite hatte die deutsche Universität durch die Umstellung die Chance ihre Position im internationalen Wettbewerb zu stärken, die bisher mehr als Schwach war. Die neuen Abschlüsse sollten die unterschiedlichen Studiengänge innerhalb des europäischen Bildungsraumes vergleichbar machen und den Austausch – sowohl in der Lehre als auch in der Forschung – vereinfachen. Bisher konnten die deutschen Universitäten allerdings weltweit keinen Boden gegenüber der Konkurrenz gut machen. In einem internationalen Hochschulranking belegte die Universität Heidelberg Platz 60 und war damit die beste deutsche Universität. Auf den vordersten Rängen stehen nach wie vor ausschließlich Universitäten aus den USA und Großbritannien.
Besonderheiten eines Studiums an einer Universität
- Starke Fokussierung auf wissenschaftliche Arbeitsweisen.
- Von den Studenten wird Selbstständigkeit und eigene Organisation verlangt.
- Teilweise sind Universitäten sehr groß (mehr als 20.000 Studenten sind keine Seltenheit) und deswegen sehr anonym.
- Möglichkeiten neben dem Studium Forschung zu betreiben.
- Vor allem an Universitäten mit einem großen Campus findet sich oft ein sehr ausgeprägtes Sozialleben – manche Campi gleichen einer eigenen Stadt.
- Eigentlich alle Universitäten bieten die Möglichkeit im Rahmen von Austauschprogrammen internationale Erfahrungen zu sammeln.
- Kurse und Vorlesungen sind teilweise sehr groß.




