Was ist ein Bachelor?

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Alle reden davon. Aber was ist jetzt eigentlich ein Bachelor?

Die Reform der Hochschulabschlüsse in Deutschland und Europa wurde breit diskutiert. Jeder hatte eine Meinung und wusste etwas intelligentes zum Bachelor zu sagen. Was heraus gekommen ist, hier einmal ganz übersichtlich und auf einen Blick:

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In der heutigen Zeit sind Diplom- oder Magisterstudiengänge kaum noch zu finden. Stattdessen gibt es fast nur noch die neuen Bachelor-Studiengänge. Der Bachelor ist der erste akademische Grad, der nach Abschluss einer wissenschaftlichen Ausbildung vergeben wird.

Die Geschichte des Bachelor – Entstehung und Entwicklung

Das Wort „Bachelor“ lässt sich etymologisch auf das Wort „Bakkalaureus“ zurückführen, was so viel wie „Junggeselle“ bedeutet. Nach Gründung der ersten Hochschulen in Europa wurde der Begriff schnell zum Titel für Hochschulabsolventen – die damals noch ausschließlich männlich waren. Die erste Universität, die diesen Titel verliehen hat, war im 13. Jahrhundert die Sorbonne in Paris. Die Hochschulen auf dem heutigen Deutschen Staatsgebiet schlossen sich dem nach ihrer Gründung an. Im 19. Jahrhundert wurde der Bakkalaureus in Deutschland allerdings abgeschafft.

Im Rahmen des Bologna Prozesses wird diese Abschaffung jetzt teilweise wieder rückgängig gemacht. Der Prozess soll durch die Einführung eines zwei-stufigen Abschlusssystems bis zum Jahr 2010 einen einheitlichen europäischen Hochschulraum schaffen, dem sich mittlerweile 47 Nationen angeschlossen haben. Demnächst wird es also in diesen 47 Nationen Studiengänge geben, die alle mit dem Bachelor und dem Master abgeschlossen werden können und die dadurch alle in ihren Leistungen miteinander vergleichbar sind.

Das Bachelor Studium - die wichtigsten Vorteile gegenüber dem Diplom

  1. Verkürzung der Studienzeiten
  2. Verbesserung der Berufsqualifizierung
  3. Förderung der Mobilität der Studentinnen und Studenten
  4. Vereinheitlichung des Abschlusses innerhalb der Europäischen Union

Der Aufbau des Bachelor-Studiums

Ein Bachelor-Studium dauert in der Regel drei bis vier Jahre, umfasst also sechs bis acht Semester.

Während dieser Zeit sollen fachliche Kenntnisse, die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, sowie Sprachkenntnisse und soziale Kompetenzen vermittelt werden. Außerdem ist ein Berufspraktikum in der Regel Pflicht. Dabei wird an Fachhochschulen, die generell eher praxisorientiert ausbilden, meist ein ganzes Praktikumssemester verlangt, während an Universitäten das Praktikum häufig in den Ferien absolviert werden soll. Letztere verlangen dafür häufiger ein Auslandssemester, da hier interkulturelle Kompetenzen als ebenfalls wichtig bewertet werden.

Das Besondere des neuen Bachelorabschlusses im Vergleich zu den alten Diplom- und Magisterstudiengängen ist die Modularisierung. Ein Studium besteht aus einer Reihe fachbezogener Module, die das Studienfach in kleine Portionen teilen. Für jedes einzelne Modul muss eine in der Prüfungsordnung festgelegte Anzahl von Kursen belegt und erfolgreich beendet werden, deren Noten zusammen dann eine Durchschnittsnote für das jeweilige Modul ergeben. Diese werden dann wiederum später zur Abschlussnote zusammengefügt. Dieses System macht das Studium nicht nur für die Studenten übersichtlicher, sondern die Module sind auch eine gute Beschreibung des Studiums.

Außerdem wurde mit dem Bachelor noch ein neues Punktsystem zu Bewertung von Leistungen eingeführt. Das „European Credit Transfer System“ (ECTS) ist ein einheitliches Leistungspunkte-System, dass es ermöglichen soll Studienleistungen innerhalb des europäischen Bildungsraumes vergleichbar zu machen und eine Anerkennung der bereits erbrachten Leistungen bei einem Hochschulwechsel zu erleichtern. Pro Semester soll der Student dabei etwa 30 Punkte erreichen. Dabei entspricht ein Punkt einem Arbeitsaufwand von etwa 30 Stunden. Beim Bachelor werden für Kurse in der Regel zwei oder vier Punkte angerechnet, die eine entsprechende Leistung von einem Referat oder einer Hausarbeit erfordern. Im Master werden in der Regel drei oder sechs Punkte pro Kurs angerechnet.

Folgen der Bachelor-Einführung

Der Bachelor sollte das Studium an einer Hochschule vor allem mehr an der späteren Berufspraxis orientieren, da in den vergangenen Jahren Vorwürfe immer lauter wurden, die den Hochschulabsolventen vorwarfen ‚realitätsfremde Fachidioten‘ zu sein. Deswegen legen Hochschulen jetzt einen größeren Wert darauf, Projekte gemeinsam mit der Wirtschaft durchzuführen, bei denen die Studenten erste Einblicke in die Praxis bekommen können. Ebenso nimmt die Zahl der wissenschaftlichen Arbeiten, die von der Wirtschaft in Auftrag gegeben wurden, in den letzten Jahren stetig zu.

Außerdem steigt mit dem Bachelor die Tendenz eher kleinere Seminare zu veranstalten. Vor allem in den Fachhochschulen, die schon immer eher in Richtung einer persönlicheren Betreuung und einer stärkeren Verschulung tendierten, hat sich dieser Trend noch verstärkt. Aber auch Universitäten sind jetzt stärker darum bemüht die Teilnehmerzahlen der Kurse zu beschränken. Was zum einen zur Folge hat, dass es an manchen Hochschulen sehr schwierig ist, in einen Kurs hineinzukommen. Auf der anderen Seite ist mit dem Bachelor auch die Zahl der Studiengänge gestiegen, die zulassungsbeschränkt sind, so dass die Studentenzahl von vorne herein geringer gehalten wird.

Generell wirft man dem Bachelor vor, die deutsche Studienlandschaft zu verschulen. Im Vergleich zu den alten Studiengängen haben die Studenten nicht mehr ganz so viele Freiheiten sich ihre Stundenpläne frei zusammenzustellen, da die Module hier teilweise sehr enge Vorgaben machen. Außerdem ist man an vielen Hochschulen stark an die Unterschiede zwischen Sommer- und Wintersemester gebunden, d.h. dass bestimmte Kurse nur noch im Winter- oder nur noch im Sommersemester angeboten werden. Dies macht es schwieriger ein Auslands- oder Praxissemester einzulegen. Auf der anderen Seite können aber gerade Leistungen, die im Ausland an einer Hochschule erbracht wurden, durch das ECTS System leichter im Studium an der Heimathochschule anerkannt werden.

Unterschiede zwischen den Bachelor-Studiengängen

Mit der Einführung wurden insgesamt sieben neue Abschlüsse im Deutschen Hochschulsystem implementiert. Diese beziehen sich jeweils auf einen bestimmten Fachbereich und zielen auf ein bestimmtes Berufsfeld, das je nach Fach mal mehr mal weniger eingeschränkt ist, ab. Die sieben Bachelorabschlüsse sind:

  1. Bachelor of Arts (B.A.)
  2. Bachelor of Science (B.Sc.)
  3. Bachelor of Engineering (B.Eng.)
  4. Bachelor of Laws (LL.B.)
  5. Bachelor of Education (B.Ed.)
  6. Bachelor of Fine Arts (B.F.A.)
  7. Bachelor of Music (B.Mus.)

Dabei kann an jeden dieser Abschlüsse ein entsprechender Masterstudiengang angeschlossen werden. Für manche Berufe, wie zum Beispiel Lehrer, Richter oder Arzt, ist ein Master zwingend erforderlich. Dabei unterscheidet man zwischen konsekutiven und nicht-konsekutiven Masterprogrammen, also solchen die direkt auf einem Bachelor aufbauen und solchen, die das Studium eines anderen Faches ermöglichen.